qualifizierte Ausbildung zum Yogalehrer mit BDY-Anerkennung -
Das freiburger Institut fr Yoga und praxisorientierte Philosophie
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Wirkungen der Asanas
Stand u. Gleichgewichtshaltungen : allgemein: Die Erfahrung von Stabilität und Standfestigkeit, fest gegründet auf der Erde und gleichzeitig zum Himmel strebend. Gleichgewicht und Selbstbewusstsein wird gestärkt. Stärkung der Bein u. Haltemuskulatur.
Vorbeugen : allg. entspannend, beruhigend, lösend, Rückenmuskeln werden gedehnt, dadurch wird der Energiefluss im RÜ und Wirbelsäule angeregt. Fördert die Verdauung.
Psych. Wirk.: Da im Rücken oft Verspannungen sind, können diese durch Übungen gelöst werden und dadurch verdrängte Gefühle bewusst gemacht werden.
Rückbeugen: wirken anregend, gut gegen Müdigkeit. Kräftigt Schulter, Rücken, Po u. Beinmuskulatur. Dehnt Brustraum, Atmung wird vertieft.
psych.: Gefühl von Kraft und Ausdauer, lässt das Herz weit werden.
Seitbeugen : Dehnung der Zwischenrippenmuskulatur, Hals, Brust, Bauchmuskeln werden seitlich gedehnt. Vertiefte Flankenatmung, vermehrte Belüftung eines Lungenflügels.
Psych.: Gefühl von Weite u. Raum, Selbstbewusstsein stärkend, da man sich neuen Seiten öffnet und intensive Erfahrung in der Mitte wieder anzukommen. Ganzheitsgefühl.
Drehhaltungen : Lösen von Verspannungen der Rücken u. Bauchmuskulatur. Anregung der Verdauung, Nervenstärkende Wirkung, da der Stoffwechsel des Rückenmarks angeregt wird. Vertiefte Atmung im seitlichen Lungenanteil.
wirkt ausgleichend auf die Körperhälften, somit harmonisierend auf jeder Ebene
Umkehrhaltungen : körperliche Wirkungen: venöser Rückfluss wird in Beinen und Beckenbereich angeregt, arterielle Blutversorgung im Oberkörper und Kopf erhöht. Wirkt regulierend auf den Blutdruck und Schilddrüsenfunktion.
Psychische Wirk.: stellen nicht nur den Körper auf den Kopf, sondern lassen auch uns die gewohnte Umgebung mit anderen Augen sehen. Ermutigt uns auf der psychischen Ebene für Situationen, Menschen, Handlungsweisen einen neuen Blickwinkel auszuprobieren.
Sich nach Innen wenden, sich öffnen für veränderte Sichtweisen, zu-sich-selbst-finden.
Bretthaltungen:
Brett (Caturanga Dandasana), Tisch
Kräftigung der gesamten Haltemuskulatur, insbesondere der Muskeln, die den Schultergürtel stabilisieren. Handgelenke und Arme werden stark gekräftigt.
Hund ( Adho Mukha Svanasana)
Durch Streckung der Brustwirbelsäule und Dehnung der Achseln beugt diese Übung einem Rundrücken vor.
Kräftigung der Arme u. Schultern. Dehnung der Beinrückseite und des unteren Rückens.
Beruhigt das Gehirn, mildert Verspannungen im Schulterbereich, kräftigt Fußgelenke, hilft gegen Fersensporn, reguliert die Regelblutung, lindert Hitzewallungen in den Wechseljahren.
Durch Weitung des Brustkorbs wird die Atemkapazität verbessert.
Katze (Cakravakasan oder Marjariasana)
die Katze symbolisiert Gelenkigkeit in Verbindung mit Kraft und Ruhe.
hält die Wirbelsäule elastisch, stimuliert die Bauchorgane, löst Krämpfe der Beckenorgane.
Varianten stärken die ganze Haltemuskulatur.
Hase (Shashankasana)
dehnt den Rücken, die Schultern und Arme. Hilft bei Verdauungsstörungen und Dysmenorrhoe.
Heuschrecke (Shalabasana)
kräftigt die tiefe, Rumpf aufrichtende Muskulatur an der gesamten Wirbelsäule, dehnt die Bauchmuskeln und Leisten, Kräftigung der Gesäßmuskel der Beine.
Hilft bei Verdauungsstörungen, Hämorrhoiden und Krampfadern.
Schulterbrücke (Dvi Pada Pitham)
Wirbelsäule wird beweglich und elastisch gemacht. Kräftigung der gesamten Rumpf aufrichtenden Muskulatur, besonders des Lendenbereichs.
Kräftigung der Muskeln des Beckenbodens. Dehnung der Körpervorderseite und der Leisten.
Sanfte Dehnung des Nackens, sanfte Umkehrhaltung, deshalb werden Blutgefäße des Beckens entstaut.
Winkelhaltung ( Supta Konasana)
Dehnung der Muskulatur der Innenseite und Rückseite der Oberschenkel, der Gesäßmuskulatur, der Kreuzbein-Darmbeingelenke, des Beckenbodens.
Entspannung aller Organe des Beckens, hilft bei Spannungsschmerzen vor oder während der Menstruation (im Sitzen u. Liegen). Entstauung des venösen Systems der Beine.
Rückenrolle
Boot (Navasana)
Kräftigung der Bauch und Halsmuskulatur, der Muskeln der Oberschenkelvorderseite und Hüftbeuger.
Anregung des Kreislaufs und der Verdauung.
Vorbeuge ( Uttanasana)
Dehnung der gesamten Körperrückseite, wirkt beruhigend, lindert geistige und körperliche Erschöpfung, reguliert die Bauch und Beckenorgane, verringert Bauch und Rückenschmerzen während der Menses. Steigert die Beweglichkeit der Hüftgelenke.
Rückbeuge / der Bogenschütze (Virabhadrasana)
Kräftigung der Beine, Füße, der rumpfaufrichtenden Muskulatur,. Dehnung der Muskeln die, die Hüfte beugen und des Brustkorbs. Wirkt anregend, insgesamt kräftigend,
verleiht Standfestigkeit und Stabilität.
Seitbeuge (Trikonasana), umgedrehte Seitbeuge
Korrektur von Knick-Senkfüßen, Kräftigung von Bein u. Hüftmuskulatur. Anregung der Flankenatmung. Schulung des Gleichgewichtssinn, Anregung von Kreislauf und Stoffwechsel. Kräftigung der Schulter und Nackenmuskulatur. Dehnung der unteren Wirbelsäule. Korrigiert Ausrichtung der Schultern.
Halber Schulterstand (Viparati Karani Mudra)
Entstauung der Beine und des Beckens von venösem Blut und Lymphe.
Durchblutung des Kopfbereichs erhöht. Hilft bei Ein u. Durchschlafstörungen.
Krokodil (Makarasana)
Dehnung der Brustmuskulatur, Korrektur hängender Schultern. Dehnung und Entspannung der Rückenmuskulatur. Kleine Wirbelgelenke können sich selbst einrenken. Brustkorb u. Flankenatmung wird gestärkt. Verdauung angeregt.
Standwaage : (Utthita Satyeshikasana)
Stärkung der gesamten Muskulatur, Kreislauf anregend, fördert Gleichgewichtssinn, stärkt die Konzentrationsfähigkeit
Kobra (Bhujangasana), kräftigt die tiefe, Rumpf aufrichtende Muskulatur an der gesamten Wirbelsäule, dehnt die Bauchmuskeln und Leisten, Kräftigung der Gesäßmuskel der Beine.
Hilft bei Verdauungsstörungen, Hämorrhoiden und Krampfadern. Weitung des Herzraums, Vertiefung der Atmung, Anregung der Verdauung.
Drehsitz (Maytsendrasana) fördert Durchblutung im Bauchraum, regt die Verdauung an, stärkt Leber und Nierenfunktion, fördert Beweglichkeit der Wirbelsäule
Kamel (Ushtrasana) erhöht das Lungenvolumen, verbessert die Durchblutung der inneren Organe, löst Verspannungen in Schultern u. Rücken, reguliert die Menstruation, Kreislauf anregend, stärkt die Konzentrationsfähigkeit.
Schere (Anantasana) kräftigt die äußeren Hüftmuskeln, verbessert den Gleichgewichtssinn, gut gegen Schlaflosigkeit.
Pflug (Halasana) wirkt gegen Müdigkeit u. Schlaflosigkeit, lindert stressbedingte Kopfschmerzen, verbessert Funktion der Schilddrüse und Nebenschilddrüse, hilft gegen herzrasen und Kurzatmigkeit, lindert Rückenschmerzen.
Fisch (Matsyasana) weit werden des Herzraumes, Dehnung des Brustkorbes, dadurch vertiefte Atmung, Kräftigung der Hals u. Rückenmuskulatur.
Lebensrhythmus
Dreifach ist des Lebens Rhythmus -
nehmend
gebend
selbstversunken:
Einatmend nehm' ich die Welt in mir auf,
Ausatmend gebe der Welt ich mich hin,
Leergeworden leb ich mich selbst-
lebe
entselbstet
und öffne mich neu
Einatmend nehm' ich die Welt in mir auf,
Ausatmend gebe der Welt ich mich hin,
Entleert erleb' ich die Fülle
Entformt erfüll' ich die Form.
Etymologische Bedeutung von Pranayama
Prana umfasst ein ganzes Wortfeld mit den Bedeutungen Leben, Energie, Kraft, Atem, Wind, Hauch. Es ist die Energie, die das Universum auf allen Ebenen durchdringt. Es ist die physische, mentale, intellektuelle, spirituelle, sexuelle und kosmische Energie.
"Ayama" bedeutet wörtlich Regulation, Kontrolle, Disziplin.
Pranayama wörtlich übersetzt heißt demnach Regulierung bzw. Kontrolle über die Kraft, die allem zu Grunde liegt. Als Terminus Technicus des Haþha Yoga und bei Patañjali bezeichnet es eine Gruppe von Atemübungen im Rahmen verschiedener Traditionen, bei denen bewusst der Atem verlangsamt oder für gewisse Zeit angehalten wird.
Die Geschichte des Pranayama:
Pranayama ist ein einzigartiges, den Weg des Yoga bezeichnendes Phänomen, dem man in so ausgefeilter Art und Weise auf der Welt nicht mehr begegnet. Seit Jahrtausenden haben sich die Inder auf verschiedenen Ebenen (medizinisch, philosophisch, spirituell) mit dem Atem beschäftigt.
Wesentliche historische Stationen dieser Beschäftigung finden sich in folgenden Schriften:
Den Veden: Hier ist die Kunst, den Atem zu lenken noch an Opferzeremonien und Gesang gebunden.
Den Upaniûaden: Hier finden sich zahlreiche Abhandlungen über die Bedeutung des Atems, Prana und Überlegungen bezüglich der Zusammenhänge vom Ruhigwerden der Sinne und dem Atem.
Den Yogasutren Patañjalis: Pranayama ist das 4. Glied auf dem 8-fachen klassischen Yoga Pfad. Es wird hier als eine Methode gepriesen, um indirekt auf den Geist einzuwirken. Ruhe bei gleichzeitiger Aufmerksamkeit ist der Zustand, der erreicht werden soll und damit die Meditation ideal vorbereitet.
Den Haþha Yogaschriften: Es finden sich hier konkrete aber verschlüsselte Angaben zu verschiedenen Atemtechniken. Neben Gesundheit, Schönheit, Wohlempfinden und Langlebigkeit steht wieder die Erkenntnis im Zentrum des Bemühens.
Die yogische Atemschulung - Pranayama
Philosophische Einbettung des Atems in den Weg des Yoga Die Methoden des Yoga sind ihrem Ansatz nach ganzheitlich. Alle Aspekte unseres Menschseins werden als sich gegenseitig bedingend betrachtet und fließen in die Yogapraxis mit ein. Über den Atem haben wir ebenso die Möglichkeit, auf unser körperliches Empfinden einzuwirken, wie auf unsere Gefühlswelt und unseren Geist. Normalerweise regelt sich unser Atemgeschehen über komplexe Regelkreise von selbst. Ohne unser bewusstes Zutun passt sich der Atem im Alltag momentanen Gegebenheiten an. Und doch ist es in einem gewissen Rahmen auch möglich, willentlich ins Atemgeschehen einzugreifen (wie dies in den yogischen Atemübungen - genannt Pranayama der Fall ist).
Pranayama in der yogischen Tradition wird nicht nur in Bezug auf Gesundheit, Schönheit , Wohlbepfinden und Lebensverlängerung hochgelobt, sondern dient vor allem dazu, den Geist in einen ruhigen, gesammelten und gleichzeitig hellwachen und klaren Zustand zu versetzen. Denn nur in einer solchen Geistesverfassung, so die yogische Tradition, wird der Blick in die Tiefe des Daseins transparent und höchste Erkenntnis möglich. Im klassischen Werk des Yoga, den Yogasutren Patanjalis (200 v. - 200 n. Chr.), wird Pranayama als fortgeschrittene Yogapraxis beschrieben, die den "inneren Schleier" der die Erleuchtung bedeckt, entfernt. Pranayama bildet hier das vierte Glied auf dem achtfachen klassischen Weg des Yoga.
Voraussetzungen für Pranayama
Pranayama bedeutet ein starker Eingriff ins physiologische Geschehen. Es bedarf deshalb einer behutsamen und angemessenen Vorbereitung. Eine kontinuierliche Yogapraxis und die persönliche Anleitung eines erfahrenen Lehrers sind essentiell. Ein entwickeltes Körperbewusstsein wird ebenso vorausgesetzt, wie die Fähigkeit, über längere Zeit hin aufrecht und schmerzfrei zu sitzen. Aller Pranayama Praxis voran geht die Beschäftigung mit dem natürlichen Atem. Dieser sollte voll, tief, regelmäßig und fließend sein. Atemrhythmen und Atemräume sollten gelöst erspürt werden, sodass es möglich wird, zwischen willkürlichem Beeinflussen des Atems und der natürlichen, spontanen Atmung problemlos hin und her zu springen.
Charakteristik
Der Atemtyp des Pranayama ist charakterisiert durch:
- Das Rhythmisieren des Atems
- Das Einlegen von Atempausen und bestimmten Verschlüssen (bandhas)
- Eine Betonung der Brust und Flankenatmung bei weitgehender Ausschaltung der natürlichen
Bauchatmung
Die in den Haþha Yogaschriften erwähnten klassischen Pranayamatypen greifen zeitweilig ins natürliche Atemgeschehen ein. Je nach angestrebter Wirkung können diese Atmungsarten anregend, beruhigend, kühlend oder wärmend sein. Das Ziel ist es, den Atem zu nutzen, um uns in einen Zustand der inneren Ruhe bei gleichzeitigen Wachheit zu versetzen - die Basis, auf der Erkenntnis wachsen kann.